Glockengeschichte von Hugsweier

1 EINE GLOCKE
Im Jahre 1767 steht im Visitationsbericht zum erstenmal etwas über eine Glocke im Kirchturm von Hugsweier. Es gab damals „ein klein Glöcklin“.

2 ZWEI GLOCKEN (1840 – 1917/18)
Im Jahre 1776 wurde von Mathias Edel in Straßburg eine Bronzeglocke gegossen,
die seitdem im Turm hängt:
„Als Johann Georg Kurz Schultheiß, Jakob Beck, Heimburger zu Hugsweier war,
Matthäus Edel zu Straßburg goss mich 1776.“
„Friede auf Erden soll es noch werden“

Daneben gab es eine 1840 in Straßburg von Johann Ludwig Edel gegossene Glocke:
„H.G.Karl Rubin, Bürgermeister. Christian Eisenlohr Pfarrer. Georg Huck Gemeinderechner. Gemeinde Hugsweyer im Jahre 1840.“

Im Ersten Weltkrieg musste wohl die Glocke von 1840 abgegeben werden.

3 DREI GLOCKEN (1922 – 1941)
Im Jahre 1922 wurden zwei Glocken von Gebrüder Bachert, Karlsruhe, gegossen:
Große Glocke (Durchmesser in mm: 950) – as‘‘
„Ehr in der Höh sei Gott, dem Helfer in der Not“
Kleine Glocke (Durchmesser in mm: 600) – es‘‘
„Den Menschen allen ein Wohlgefallen“

Diese zwei 1922 gegossenen Glocken mussten 1941 (?) im Zweiten Weltkrieg abgegeben werden. Als sie nach dem Krieg zurückgefordert wurden, kam vom EOK
der Bescheid:
„Mit der Rückführung… der 1922 gegossenen Glocken kann nicht gerechnet werden.
Sie wurden damals als A-Glocken klassifiziert und eingeschmolzen, während die Glocken der Gruppe B und C (kunsthistorisch und künstlerisch wertvolle Glocken) erhalten blieben und nunmehr rückgeführt wurden und werden.“

Die Glocke von 1776 blieb wohl die ganze Zeit im Turm.

4 DREI GLOCKEN (seit 1949)
1949 wurden von der Firma Bachert, Heilbronn, zwei neue Bronzeglocken gegossen.
Am 4. Advent 1949 fand nachmittags die Glockenweihe statt.

In der Lahrer Zeitung stand zu lesen:
„Der Ortsgeistliche, Pfarrer Seidel, legte seiner Festansprache das Wort zugrunde:
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Er führte dabei aus, dass ein Aufatmen durch das Dorf geht, dass nunmehr der Schaden endlich behoben ist, wonach man sich so lange gesehnt hat und eine gewisse Ruhe im Dorf eingetreten ist, dass nun nicht mehr ein einsames Glöcklein vom Turm erklingt, sondern ein volles Geläute.
Dieses volle Geläute soll uns aber nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern aufrütteln, eine heilige Unruhe in uns erzeugen, dass wir uns immer, wenn die Glocken erklingen, die Frage vorlegen: Ist dieser Ruf für mich bestimmt?
Keine Ruhe sollen sie uns lassen, dass wir hineilen zu Gott und dort erst Ruhe finden. Damit war der Weiheakt beendet…“

Drei Glocken hängen seither im Kirchturm von Hugsweier.

Die älteste Glocke ist die kleinste Glocke (D: 720 mm).
Sie stammt aus dem Jahre 1776.
Mathias Edel, Straßburg, Bronze
c‘‘
INSCHRIFT:
„Friede auf Erden soll es noch werden“

Die mittlere Glocke (D: 885 mm, 370 kg)
Sie stammt aus dem Jahre 1949.
Firma Bachert, Heilbronn, Bronze
b‘
INSCHRIFT:
„Die Gemeinde erwarb mich 1949
Gott rufet noch!
Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme!“

Die große Glocke (D:1058 mm, 608 kg)
Sie stammt ebenfalls aus dem Jahre 1949.
Firma Bachert, Heilbronn, Bronze
g‘ – sie schlägt die volle Stunde
INSCHRIFT:
„Robert Rubin stiftete mich 1949
Unseren Gefallenen zum Andenken
„Christus ist unser Friede“